Obwohl es ein Sonntag war, wo manch einer gerne spazieren geht oder sich einen faulen Tag machen will, haben sich mehr als 20 Interessierte zu einem Vortrag in der VHS Altenkirchen eingefunden. Das Thema war nicht gerade leichte Kost. Umso bemerkenswerter war das Interesse. Ein Grund zur Hoffnung.
Wir leben in einer Zeit der Spannungen, der Aggression und des Unfriedens. In einer solchen Bedrohungslage hat die Mediation schlechte Chancen. Ob die Gewaltbereitschaft Einfluss auf die Nachfrage nach Mediation hat, war bereits das Thema eines Beitrags im Wiki mit der Überschrift “Die Mediation detoniert nicht“. Arthur Trossen meint, dass die Mediation gerade in schwierigen Zeiten nachgefragt werden sollte. Gerade dann könnte sie Wirkung zeigen. Nicht als das Mediationsverfahren, sondern als Kompetenz. Trossen sieht in der integrierten Mediation die Chance, um Frieden in sich und auf der Welt zu finden.
Trossen ist der Begründer der sogenannten kognitiven Mediationstheorie. Es ist die einzige Theorie zur Mediation weltweit. Mit ihr kann das Leistungsvermögen der Mediation voll ausgeschöpft werden. Das Leistungsvermögen umfasst mehr als nur das aktive Zuhören, die gewaltfreie Kommunikation oder die Abwicklung von Phasen. Mit der kognitiven Mediationstheorie wird der Einfluss aufgezeigt, den die Mediation auf das Denken nimmt und welche Erkenntnisse sich daraus ergeben.
Die Mediation soll den Parteien helfen, selbst eine Lösung zu finden. Also muss sie wissen, wie die Parteien die dazu führenden Erkenntnisse erlangen. Trossen begann seinen Vortrag mit einem beeindruckenden Video über die Kriegerameisen, die wegen einer Fehlorientierung in die Todesspirale laufen, aus der sie nicht mehr herauskommen. Wir erleben gerade dasselbe in der Welt. Obwohl wir wissen, dass der Krieg, die Ausbeutung der Welt und die soziale Polarisierung uns und die Welt zugrunde richten, rennen wir wie die Kriegerameisen weiter auf den Abgrund zu. Es ginge auch anders.
Die auf der kognitiven Mediationstheorie beruhende Mediation bewirkt ein Umdenken. In dem Vortrag am 30.3. in der VHS hat Trossen auf 3 Stunden komprimiert aufgezeigt, warum und wie das Umdenken veranlasst wird. Die Teilnehmer aus unterschiedlichen Berufsgruppen, zu denen auch Mediatoren zählten, waren begeistert. “Mehr davon”, riefen Sie am Ende der Veranstaltung. Genau das hat Holger Telke, der Leiter der VHS, der selbst Master of Mediation ist, auch zugesagt. Geplant ist eine Summer-School. Damit ist ein mehrere Tage umfassendes Intensivtraining angedacht. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.
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